Mit dem zweiten Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Zweites Corona-Steuerhilfegesetz), sind die im Corona-Konjunkturpaket enthaltenen steuerlichen Maßnahmen umzusetzen. Im Vordergrund steht dabei die temporäre Absenkung der Umsatzsteuersätze auf 16 % bzw. 5 % vom 01.07.2020 bis 31.12.2020.

Für die Entstehung der Umsatzsteuer und damit für den zutreffenden Steuersatz ist § 13 UStG maßgebend. Bei der Besteuerung nach vereinbarten Entgelten richtet sich die Entstehung der Steuer für Lieferungen und sonstige Leistungen nach dem Zeitpunkt der Leistung. Die Steuer entsteht mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem eine Lieferung oder sonstige Leistung vollständig ausgeführt worden ist.

 

Lieferungen von Elektrizität, Gas, Wärme, Kälte und Wasser sind jedoch erst mit Ablauf des jeweiligen Ablesezeitraums als ausgeführt zu behandeln. Die während des Ablesezeitraums geleisteten Abschlagszahlungen der Tarifabnehmer sind nicht als Entgelt für Teilleistungen anzusehen; sie führen jedoch bereits mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums ihrer Vereinnahmen nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a Satz 4 UStG zur Entstehung der Steuer (Abschnitt 13.1 Abs. 2 Satz 4 und 5 UStAE).

Für Ablesezeiträume, welche zwischen dem 01.07.2020 und dem 31.12.2020 enden, sind damit die temporär abgesenkten Steuersätze anzuwenden. Dies gilt für den gesamten Ablesezeitraum, weshalb auch die Elektrizitäts-, Gas-, Wärme-, Kälte- und Wasserlieferungen des 1 HJ 2020 beim Ablesezeitraum 01.01.2020 – 31.12.2020 vollständig mit den temporär abgesenkten Steuersätzen abzurechnen sind.

 

Die in unseren Preisblättern ausgewiesenen Nettobeträge gelten zzgl. der jeweils gültigen gesetzlichen Umsatzsteuer. D. h. alle ausgewiesenen Bruttobeträge verringern sich bis zum 31.12.2020 um die gesetzliche Absenkung des jeweils gültigen Umsatzsteuersatzes.